Die Bedeutung von Weihnachten

Liebe Leserin, lieber Leser des Gemeindeboten,

die Bedeutung von Weihnachten in wenigen Worten zu beschreiben ist beinahe unmöglich. Kann man das überhaupt? Ich kann nur die Bedeutung von Etwas für mich beschreiben, und das hier und heute. Lassen Sie sich einladen, in der bevorstehenden Advents- und Weihnachtszeit, neu eine „Ahnung“ davon zu bekommen, und wenn es die leiseste ist. Unsere Aufmerksamkeit ist gerichtet auf das neugeborene Kind in jenem Stall von Bethlehem. Das Wunder ist geschehen, Gott ist Mensch geworden. Maria musste dort entbinden, hatten sie doch sonst „keinen Raum in der Herberge“. Maria wird ihr Kind nicht für sich behalten. Wie könnte sie auch das größte Geschenk Gottes an uns alle für sich behalten wollen? Lucie hat das erfasst, nämlich die Freude, etwas zu bekommen. Doch nicht irgendetwas, sondern das Beste und Größte: Gottes heilsame Nähe in Jesus Christus, seinem Sohn.
Dieser Fakt ist vielen Menschen noch bewusst, aber freuen sie sich auch darüber? Wieviele Geschenke bleiben doch unangerührt unterm Weihnachtsbaum liegen und werden umgetauscht oder ausgesetzt?! Wie verhalte ich mich zu diesem Geschenk? Kann ich mich freuen? Die Bedeutung von Weihnachten hängt genau davon ab. Freue ich mich über dieses Ereignis, über Stunden der Gemeinsamkeit mit anderen und die Zeiten der eigenen Stille und Besinnung? Über die friedliche Atmosphäre, die bewusste Bereitschaft zur Begegnung mit anderen, zur Freude, zum Frieden?
Wir sind von Gott Beschenkte, und zwar alle in gleicher Weise, nicht die einen mehr und andere weniger. Wo gibt es das sonst im Leben? Werden wir doch immer aufs Neue gefordert, oft auch überfordert. Wir werden nach unseren Leistungen, nach unserem Verhalten beurteilt. Das ist doch die Regel, die unter Menschen herrscht: „Wie du mir, so ich dir“. Gott handelt anders: Ich tue alles für dich, damit du genug zum Leben hast. Darüber kann ich mich nur freuen! Lucie hat also Recht und Charlie Brown? Steht doch schon in der Bibel: Geben ist seliger als Nehmen. Was wäre denn Weihnachten ohne unsere Aufmerksamkeiten und Geschenke?! Drücken wir unsere Achtung und Liebe auf diese Weise zueinander aus, dann würden diese Gaben etwas widerspiegeln von Gottes großer Liebe zu jeder und jedem von uns. Und wenn wir uns selber geben, offen, vertraulich und verletzbar, dann kann die Freude in der Advents- und Weihnachtszeit kaum größer sein. Ein neues Miteinander beginnt zu wachsen, über alle menschlichen Grenzen hinweg, denn jeder ist ein von Gott geliebtes Menschenkind. Genau so ist Gott uns in Jesus Christus erschienen. Offen und einander vertrauend und zutrauend begegnen, so wie wir sind. Jesus ist der, der uns Menschen gegenüber wahrhaftig und treu ist und bleibt. Gottes Nähe zu uns in ihm bleibt, was sich auch bei uns und in uns an Veränderungen ereignet.
Lassen wir uns so beschenken und freuen wir uns darüber, werden wir von Herzen gerne anderen davon abgeben können. Es will also beides gelernt sein: sich etwas schenken zu lassen und sich darüber zu freuen genauso wie zu geben, nicht zuletzt sich selbst. Weihnachten ist eine beste Gelegenheit dazu. Ich wünsche Ihnen und mir „wachsende Ahnung“ davon. Gott sei Dank!
Fröhliche Weihnachten und ein gesegnetes neues Jahr!

Ihr Nachbar aus Strausberg Ekkehard Kirchner,
Pfarrer der St. Marienkirche in Strausberg.

.